Buch planen: Die Fragen, die Sie vor dem ersten Kapitel klären sollten

Gutes Marketing beginnt mit einem guten Produkt. Schreiben Sie etwas, das Ihre Leser nicht interessiert, haben Sie viel Arbeit in ein Buch gesteckt, das niemand braucht. Mir ist das mit eigenen Büchern einige Male passiert. Mal war die Nische zu groß, mal las die Zielgruppe ungern Bücher, mal passte der Ton nicht.

Aus diesen Fehlern habe ich gelernt. Heute plane ich jedes Buch, bevor ich das erste Kapitel schreibe. In diesem Teil der Serie „Endlich Experte“ zeige ich Ihnen die Fragen, mit denen wir bei Buchkodex jedes Buch geplant haben. Sie helfen Ihnen, ein Buch zu schaffen, das Ihre Ziele erfüllt und Ihre Leser wirklich interessiert.

Starten Sie nicht mit dem Inhaltsverzeichnis

Die meisten Autoren beginnen mit dem Inhaltsverzeichnis. Sie sammeln Ideen für Kapitel, die ihnen selbst gefallen. Tun Sie das nicht. Sonst haben Sie am Ende viel Text, der kein Geschäftsziel erfüllt und keinen Leser interessiert. Wer sein Ego zu ernst nimmt, übersieht die Bedürfnisse der Leser.

Beginnen Sie stattdessen mit einer Vorstellung Ihres Erfolgs. Bei Buchkodex hieß dieser erste Schritt Visioning. Er ist so etwas wie der Businessplan für Ihr Buch. Hier klären Sie Ziel, Zielgruppe, Nutzen und Ihre Erwartungen an das Buch. Dazu kommen Form, Stil und die Wege, auf denen Sie das Buch später bekannt machen.

In diesem Schritt verändert sich die ursprüngliche Buchidee oft ein wenig. Nur wenige Autoren denken sofort an die Bedürfnisse ihrer Leser. Viele wollen ein Buch schreiben, um einen inneren Drang zu stillen. Das ist in Ordnung. Ich empfehle Ihnen aber, die Energie in ein Buch zu stecken, das Lesern einen Nutzen bietet. Der Aufwand ist gleich, das Ergebnis besser.

Die Fragen zum Visioning

Beantworten Sie diese Fragen schriftlich und nehmen Sie sich Zeit dafür.

Ziel und Erfolg

  • Was ist das Ziel meines Buches?
  • Was würde mein Buch zu einem Erfolg machen?
  • Was müsste ich tun, um diesen Erfolg zu erreichen?
  • Was wäre der beste Fall? Was wäre der schlimmste Fall?
  • Ist der schlimmste Fall wirklich schlimm, oder gibt es selbst dann noch Vorteile?

Ihr Wissen

  • Welches Wissen habe ich, das meine Kunden schätzen?
  • Welches Wissen kann ich mit Referenzen und Beispielen belegen?
  • Wie hilft dieses Wissen meinen Lesern, ihre Ziele zu erreichen?

Ihre Zielgruppe

  • Wer ist meine Zielgruppe? Beschreiben Sie sie so genau wie möglich.
  • Selbstständig oder angestellt? Eher sachlich oder eher emotional?
  • Was macht sie am Wochenende, welche Hobbys hat sie?
  • Wie möchte sie angesprochen werden?
  • Wie viel Vorwissen hat sie?
  • Was denkt sie heute über mein Thema?
  • Wie verändere ich diesen Blickwinkel mit meinem Buch, und welchen Vorteil hat der neue Blickwinkel für meine Leser?

Nutzen und Wirkung

  • Welchen konkreten Nutzen biete ich meiner Zielgruppe?
  • Wie würde ein Leser mein Buch auf einer Feier beschreiben?
  • Welche drei bis fünf Lektionen soll der Leser mitnehmen?
  • Welches Wissen braucht er, um diese Lektionen zu verstehen?
  • Welche drei Dinge machen mein Buch einzigartig?
  • Welche Buchtitel vermitteln diesen Nutzen?
  • Für welche Medien ist mein Buch interessant, und wo kann ich es vermarkten?

Warum Menschen über Bücher sprechen

Menschen sprechen meist aus einem von drei Gründen über ein Buch:

  1. Das Buch war wirklich hilfreich.
  2. Sie wirken klug oder interessant, wenn sie darüber sprechen.
  3. Sie verbinden das Buch mit jemandem, der sie gern wären.

Überlegen Sie, welchen dieser Gründe Sie mit Ihrem Buch ansprechen wollen.

Schreiben Sie zuerst den Klappentext

Ein Tipp, der viel Arbeit spart: Schreiben Sie nach diesen Fragen einen Verkaufstext oder Klappentext für Ihr Buch. Erst dann planen Sie die Inhalte. Der Text zwingt Sie, auf den Punkt zu bringen, was Ihr Buch dem Leser bringt. Wie ein guter Klappentext aussieht, lesen Sie im Beitrag Klappentext schreiben.

Bleiben Sie fokussiert

Experten wissen meist so viel, dass es für mehrere Bücher reicht. Konzentrieren Sie sich auf wenige Aspekte und ein Thema. Planen Sie hier zu grob, haben Sie später Probleme mit der Struktur. Sprechen Sie Ihre Antworten am besten mit einem vertrauten Menschen durch, der Ihre Gedanken kritisch hinterfragt.

Das Inhaltsverzeichnis: von grob nach fein

Erst jetzt verwandeln Sie Ihr Wissen in eine Struktur. Sie bestimmt den Lesefluss und die Logik Ihres Buches. Fehler in der Logik verwirren Leser und verderben das Lesevergnügen. Investieren Sie hier genug Zeit, dann sparen Sie später Korrekturen.

Gehen Sie so vor: Zuerst eine kurze Zusammenfassung Ihres Buches, die zu Ihren Antworten aus dem Visioning passt. Dann die Hauptkapitel. Erst danach die Unterkapitel und schließlich Stichpunkte zu den Inhalten. Ich empfehle meist fünf bis zwölf Hauptkapitel. Diese Fragen helfen Ihnen:

  • Wo steht mein Leser am Anfang? Was denkt er?
  • Welches Ziel will ich mit dem Buch erreichen?
  • Welche Zwischenschritte führen den Leser schlüssig zum Ziel? Jeder Zwischenschritt kann ein Hauptkapitel sein.
  • Aus welchen Blickwinkeln muss ich jedes Hauptkapitel beleuchten?
  • Welche Fragen stellt sich mein Leser dazu?
  • Welche Unterkapitel braucht es, um das Hauptkapitel zu erklären?
  • Welche Beispiele belegen die Inhalte eines Unterkapitels?

Beantworten Sie eine Frage vollständig, bevor Sie zur nächsten gehen. Gleichen Sie Ihre Antworten jedes Mal mit dem Visioning ab. Jedes Kapitel sollte ein Ziel erfüllen.

Eine einfache Vorlage für jedes Unterkapitel sieht so aus:

  • Kapitel 1: Name des Kapitels
    • Unterkapitel 1: Überschrift
      • These 1: dazu eine Geschichte oder ein Beispiel, ein zweites, ein drittes
      • These 2: dazu eine Geschichte oder ein Beispiel, ein zweites, ein drittes

Eine große Idee statt vieler kleiner

Experten schweifen gern ab und wollen alles in ein Buch packen. Das schadet ihrer Positionierung. Behandelt Ihr Buch viele Themen, aber keines richtig tief, sagen Leser: „War ganz interessant, aber nur an der Oberfläche. Ich weiß gar nicht mehr, worum es ging.“ Betrachten Sie lieber eine große Idee aus verschiedenen Blickwinkeln. Weitere Ideen heben Sie für Ihr nächstes Buch auf.

Mehr zur Gliederung lesen Sie im Beitrag Buch strukturieren.

Drei Bausteine, die Leser fesseln

1. Der Einstieg: fesseln vom ersten Satz an

Ein guter Einstieg holt Ihre Leser aus dem Alltag in Ihr Buch. Gute Autoren beginnen mit einem spannenden Teil ihrer Geschichte, einem Zitat, einem Dialog, einem klaren Vorteil, einer Niederlage oder einem Höhepunkt. Im Roman ist das üblich. Nutzen Sie es auch im Fachbuch, im besten Fall am Anfang jedes Kapitels. Ein guter Einstieg bricht mit der Erwartung des Lesers. Bei einem positiven Buchtitel können Sie zum Beispiel mit einer Katastrophe beginnen.

2. Das Kapitelende: Lust auf mehr

Viele Menschen lesen kapitelweise. „Noch dieses eine Kapitel, dann schlafe ich.“ Manche Bücher schaffen es trotzdem, dass Sie weiterlesen. Das Kapitel endet an einer spannenden Stelle und macht Lust auf das nächste. Im Fachbuch ist das schwerer als im Roman, und manche Leser springen ohnehin zu den Stellen, die sie interessieren. Denken Sie trotzdem daran.

3. Der Schluss: zum Handeln bewegen

Das Gefühl am Ende eines Buches bleibt im Kopf, wie bei einem Film. War das Ende langweilig, bewerten wir das ganze Werk schlechter. Überlegen Sie deshalb, was Ihr Schlusswort erreichen soll:

  • Sollen Leser Sie kontaktieren?
  • Bieten Sie weitere kostenlose Inhalte an?
  • Sollen Leser eine bestimmte Denkweise behalten?
  • Sollen sie etwas Bestimmtes tun?

Sagen Sie Ihren Lesern klar, was Sie sich von ihnen wünschen. Am Ende dieser Planung haben Sie ein fertiges Inhaltsverzeichnis mit Unterkapiteln und Stichpunkten. Wie Sie daraus ohne Schreibtalent den Buchtext machen, habe ich im zweiten Teil der Serie beschrieben: Buch schreiben ohne Schreibtalent.

Planen im Gespräch

Im Buchkodex Studio planen Sie Ihr Buch im Gespräch. Das Studio stellt Ihnen Fragen wie in einem guten Interview, eine nach der anderen, und Sie antworten per Sprache oder Text. Schon nach etwa 20 Minuten sehen Sie das Ergebnis: Ihre Einleitung als echte Buchseiten, das Inhaltsverzeichnis, den Klappentext und drei Titelvorschläge. Kostenlos. So prüfen Sie Ihre Idee, bevor Sie sich festlegen.

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