Meinungsführer werden: Warum Ihre Buchidee nicht neu sein muss

Viele Unternehmer zögern mit einem Buch, weil sie glauben, ihre Idee sei nicht neu genug. Darüber hätten doch schon andere geschrieben. Das stimmt oft. Und es spielt kaum eine Rolle. Einige der bekanntesten Meinungsführer sind mit Ideen groß geworden, die es vorher schon gab.

In diesem Teil der Serie „Endlich Experte“ stelle ich Ihnen drei Autoren vor: einen Professor, einen Softwaregründer und einen Investor. Alle drei zeigen, wie ein Buch Bühne und Presse öffnet.

Fallstudie: Günter Faltin, vom Professor zum Meinungsführer

In der Wissenschaft misst man die Bedeutung eines Forschers an der Zahl seiner Veröffentlichungen. Kluge Autoren behandeln ihr Fach aber nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Genau das hat Professor Günter Faltin gemacht.

Er studierte Volkswirtschaftslehre und hatte später den Lehrstuhl für Entrepreneurship an der Freien Universität Berlin. Neben seinen Veröffentlichungen gründete er ein eigenes Unternehmen, die Teekampagne, die Darjeeling-Tee importiert.

Sein Buch „Kopf schlägt Kapital“ wurde für viele Gründer in Deutschland zur Pflichtlektüre. Nach der Veröffentlichung wurde Faltin zu einem wichtigen Meinungsführer der Gründerszene. Auf dieser Grundlage folgten Veranstaltungen, Kooperationen und weitere Bücher. Sie festigten seine Rolle und brachten ihm zusätzliche Einnahmen.

Das Buch ist gut. Grob gesagt steht darin: Schauen Sie auf Ihre Stärken, wählen Sie ein Problem, das Sie gern lösen, verschwenden Sie so wenig Geld wie möglich, umgehen Sie Zwischenhändler und machen Sie Ihren Kunden ein unwiderstehliches Angebot. Diese Prinzipien sind nicht völlig neu. Trotzdem hat das Buch Faltin in eine großartige Position gebracht.

Am meisten bewundere ich seinen Wandel vom Wissenschaftler zum Meinungsführer. Die meisten Akademiker schreiben Bücher, die für ein breites Publikum zu theoretisch und zu kompliziert sind. Faltin spricht dagegen genau die Fragen junger Gründer an.

Fragen für Sie

  • Arbeiten Sie in einer Branche, die als langweilig gilt?
  • Wie müssten Sie Ihr Wissen zeigen, damit es viele Menschen interessiert?
  • Was hält Sie davon ab?

Fallstudie: Eric Ries und „Lean Startup“

Eric Ries war Mitgründer des Internetunternehmens IMVU, eine Gemeinschaft, in der sich Nutzer in einer dreidimensionalen Welt treffen und unterhalten. Die Programmierung war aufwendig. Jede Änderung kostete viel Zeit. Eine falsche Entscheidung bedeutete Wochen verlorener Arbeit und unzufriedene Kunden.

Nach vielen Fehlern fand das Team einen besseren Weg. Statt eine Funktion erst bis ins Detail zu perfektionieren, baute es zuerst eine Minimalversion, ein sogenanntes „Minimum Viable Product“. Dann beobachtete es, wie Kunden reagierten. Nutzten Kunden die Funktion, wurde sie ausgebaut. Nutzte sie niemand, blieb sie, wie sie war, oder flog wieder raus.

Seine Erfahrungen schrieb Ries im Buch „Lean Startup“ auf. Kurz nach der Veröffentlichung wurde er zum Gesicht einer weltweiten Bewegung. Er hält seitdem Vorträge an Universitäten, in Unternehmen und auf Technologiekonferenzen. Veranstalter wissen: Wer ein ganzes Buch mit seinen Ideen füllen kann, kann auch einen Vortrag halten.

Warum Ihre Buchidee nicht neu sein muss

Wer sich mit Software auskennt, weiß: Ähnliche Ideen gab es schon vor Eric Ries, etwa bei Kent Beck und seinem Buch „Extreme Programming“. Übrigens noch jemand, der durch ein Buch zur Autorität wurde. Die Wurzeln reichen noch weiter zurück, bis zum Autohersteller Toyota. Dessen Manager Taiichi Ohno beschrieb im Buch „Das Toyota-Produktionssystem“, wie man Verschwendung in der Produktion auf ein Minimum senkt. Ries sagt in seinem Buch selbst, dass „Lean Startup“ diese Ideen auf die Welt der Gründer überträgt.

Das Beispiel zeigt drei Dinge:

  1. Die Grundlage, um Meinungsführer zu werden, ist ein Buch.
  2. Ideen, die in einer Branche bekannt sind, können in einer anderen Branche neu sein.
  3. Dass schon jemand über Ihr Thema geschrieben hat, sollte Sie nicht abhalten. Wichtig ist, dass Sie das Thema auf Ihre Art beschreiben.

Es gibt Tausende Bücher über Finanzen, Erfolg, Fitness oder Medizin. Und doch ist jedes anders. Der eine Autor erzählt anders, der nächste konzentriert sich auf einen kleineren Ausschnitt, der dritte erklärt moderner.

Fragen für Sie

  • In welcher Branche wollen Sie als Redner auftreten?
  • Über welche Themen wollen Sie Vorträge halten?
  • Welche starken Thesen oder Geschichten wollen Sie in Ihrem Buch verbreiten?
  • Welche Konzepte aus anderen Branchen wären in Ihrer Branche neu?

Wie Sie ein Buch gezielt für Vortragsaufträge nutzen, lesen Sie im Beitrag Keynote Speaker werden.

Mit einem Buch in die Presse

Stellen Sie sich vor, Sie wollen Ihr Unternehmen über die Presse bekannt machen. Ist Ihr Unternehmen ganz neu, berichtet vielleicht die Lokalzeitung. Und dann? Danach haben Sie der Presse keinen Grund mehr zu bieten, über Sie zu schreiben.

Als Autor stellen Sie nicht Ihr Unternehmen vor, sondern Ihr Buch. Das ist etwas völlig anderes. Ein Buch bietet Lesern Nutzen. Es löst Probleme, und Menschen lieben Buchempfehlungen. Einen Artikel mit der Überschrift „Musterfinanz GmbH eröffnet Büro in Wien“ liest dagegen kaum jemand gern.

Fallstudie: der „Investment Punk“

Der Unternehmer und Investor Gerald Hörhan hat das Buch „Investment Punk: Warum ihr schuftet und wir reich werden“ geschrieben. Darin zeigt er auf provokante Weise, welche Denkfehler Menschen bei Geld und Investitionen machen. Mit dem Buch zieht er auch Kunden und Talente für sein Unternehmen an.

Der Titel ist so provokant, dass Medien gern darüber berichten. Sie interviewen ihn und stellen ihn als Experten vor. Egal, ob Leser das Buch kaufen: Der Beitrag weckt Gefühle, und die Redaktion hat einen spannenden Artikel. Die Hürde, über ihn zu schreiben, ist niedrig.

Medien brauchen gute Inhalte

Redaktionen werden an ihren Lesern gemessen. Deshalb suchen sie ständig nach spannenden Beiträgen. Als Unternehmer mit Buch haben Sie mehrere Möglichkeiten: Sie stellen Ihr Buch vor, lassen sich interviewen oder schreiben eine regelmäßige Kolumne. Ideen für neue Beiträge finden Sie in Ihrem eigenen Buch.

Eine Kolumne nützt beiden Seiten. Die Redaktion bekommt regelmäßig Inhalte, Sie bekommen regelmäßig Aufmerksamkeit. Dafür müssen Sie aber Autorität mitbringen. Ein Buch hilft dabei enorm.

Viele Medien stellen grundsätzlich keine Unternehmen vor. Ohne Buch bleiben Ihnen oft nur kleine Blätter. Die wirksamsten Auftritte finden aber dort statt, wo Ihre Zielgruppe liest. Schauen Sie sich die führenden Magazine und Websites Ihrer Branche an. Die Autoren dort sind meist erfahrene Journalisten oder Buchautoren. Helfen Sie den Redaktionen, Ihnen zu helfen, und veröffentlichen Sie ein Buch.

Fragen für Sie

  • Welcher provokante Buchtitel würde die Presse anziehen?
  • Welche spannenden Thesen könnten Sie in Ihrem Buch aufstellen?
  • Welchen Stoff können Sie Redaktionen geben, damit sie mit gutem Gewissen über Sie schreiben?

Ihre Idee, Ihr Buch

Ihre Idee muss nicht neu sein. Sie muss nur von Ihnen erzählt werden. Genau dafür gibt es das Buchkodex Studio. Es stellt Ihnen Fragen wie in einem guten Interview, und Sie antworten per Sprache oder Text. Buchkodex schreibt nur aus Ihren Antworten, mit Ihren Begriffen und Ihren Beispielen. Nach etwa 20 Minuten lesen Sie die Einleitung als echte Buchseiten, dazu drei Titelvorschläge mit Untertitel. Kostenlos.

Ihr Fachbuch aus Ihren eigenen Worten: Sie erzählen, wir schreiben. Hier kostenlos starten.