Unternehmensbuch: Wie Sie mit einem Buch Mitarbeiter und Fans gewinnen

Unternehmen mit den besten Mitarbeitern haben die besten Ideen und setzen sie auch um. Doch wie gewinnen Sie die besten Leute, wenn Sie nicht Google oder Apple sind und keine Millionen für Personalberater ausgeben können? Eine Antwort, die viele Unternehmen übersehen: ein eigenes Buch über Ihr Unternehmen.

In diesem Teil der Serie „Endlich Experte“ geht es um das Buch als Manifest. Es zieht passende Mitarbeiter an, gibt Ihrem Unternehmen eine klare Richtung und macht aus Lesern echte Fans.

Fallstudie: Zappos und „Delivering Happiness“

Der Schuhversand Zappos hat gezeigt, wie das geht. Der langjährige Zappos-Chef Tony Hsieh schrieb das Buch „Delivering Happiness: A Path to Profits, Passion and Purpose“. Es zeigt, wie das Unternehmen seine Kunden sieht und wie jeder Mitarbeiter zum Erfolg beiträgt.

Zappos bot seinen Mitarbeitern einige Besonderheiten. Neuen Mitarbeitern bot das Unternehmen zum Beispiel 2.000 Dollar an, wenn sie wieder kündigen wollten. So stellte das Unternehmen sicher, dass nur Menschen blieben, die den Job wirklich wollten. Gleichzeitig bewarben sich mehr Talente, denn im schlimmsten Fall bekamen sie 2.000 Dollar.

Interessanter als diese Fakten ist die Unternehmenskultur, die Hsieh im Buch an vielen Beispielen beschreibt. Und noch interessanter: Er hat sein Buch wie ein typisches Wirtschaftsbuch aufgebaut. Damit erreichte er gleich mehreres:

  • Er positionierte sich als erfahrener Chef eines erfolgreichen Unternehmens.
  • Er zog Menschen an, die gern Wirtschaftsbücher lesen. Viele davon wären gute Mitarbeiter für Zappos.
  • Er zeigte genau diesen Lesern, wie besonders die Kultur bei Zappos ist.

Ein sehr kluger Schachzug. Neben den üblichen Wegen der Personalsuche nutzte Zappos ein Werkzeug, das viele Unternehmen übersehen.

Gute Mitarbeiter suchen eine Vision

Viele bekannte Unternehmen haben Bücher veröffentlicht, in denen sie ihre Kultur beschreiben, darunter Toyota, Valve, 37signals, Virgin, Ogilvy und Disney. So erreichen sie nicht nur Kunden, sondern auch heutige und künftige Mitarbeiter.

Gerade die besten Mitarbeiter beklagen sich immer wieder über eine fehlende Vision und eine unklare Linie. Sie wollen in Unternehmen arbeiten, die etwas bewegen. Ein Unternehmensbuch ist der ideale Ort, Ihre Vision genau zu beschreiben. Es zeigt der Welt in einem Manifest, wofür Ihr Unternehmen steht.

Talentierte Menschen lieben das. Wenn Sie eine Vision und eine Kultur verkörpern, geben Ihnen die besten Leute eine Chance. Auch dann, wenn Sie ein scheinbar langweiliges Produkt verkaufen und vielleicht nicht die höchsten Gehälter zahlen.

Fragen für Sie

  • Welche Mitarbeiter möchten Sie mit Ihrem Buch anziehen?
  • Welche Unternehmenskultur könnte Ihr Buch verkörpern?
  • Nach welchen Geschichten suchen Ihre künftigen Mitarbeiter?

Ihr Buch als Manifest

Vielleicht kennen Sie das Buch „Built to Last“ von Jim Collins und Jerry I. Porras. Die Autoren untersuchen darin, warum manche Unternehmen über Jahrzehnte erfolgreich bleiben, während andere den Fokus verlieren und verschwinden.

Eine Erkenntnis: Erfolgreiche Unternehmen haben ein Manifest. Unternehmen wie Sony, 3M, American Express, General Electric, IBM oder Hewlett-Packard haben sehr früh einen festen Kern für ihre Vision bestimmt. Daran maßen sie ihre Entscheidungen, so die Autoren. Sony schrieb sein Manifest sogar, bevor die Firma ihr erstes Produkt entwickelt hatte.

Der Gewinn ist groß. Die Geschäftsführung verfolgt eine klare Richtung. Mitarbeiter sind motivierter und entscheiden selbstständiger, denn jede Entscheidung muss die Vision stützen. Neue Technik und neue Trends lenken schnell ab. Ein Manifest wirkt wie ein Filter: Es zeigt Ihnen, welche Entscheidung zur Vision passt und welche nicht.

Mit einem öffentlichen Manifest stehen Sie für eine Botschaft. Ihre Kunden nehmen sie ernst. Ein Buch ist ein hervorragender Weg, dieses Manifest zu verbreiten.

Fallstudie: Wie Tim Ferriss aus Lesern Fans machte

Tim Ferriss studierte in Princeton und gründete eine Firma für Sportnahrung. Er probierte schon immer Tricks für mehr Produktivität und Fitness aus. Sein Unternehmen lief gut, aber er war unbekannt.

Das änderte sich 2007 mit seinem Buch „Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben“. Millionen Menschen haben es gelesen. Ferriss wurde zu einer prägenden Figur einer Bewegung von Unternehmern, die von überall auf der Welt arbeiten und dabei reisen wollen.

Er ergänzte sein Buch um einen Blog. Es folgten weitere Bücher wie „Der 4-Stunden-Körper“ und „Der 4-Stunden-Koch“. Sein Blog erreichte ein riesiges Publikum. Seine Leser gelten als klug, kritisch und engagiert. Ferriss hat sein Buch sehr durchdacht vermarktet. Doch ohne sein Buch hätte er keine Botschaft gehabt.

Jede Bewegung braucht eine Schrift

Wenn Sie eine Bewegung starten und echte Fans wollen, brauchen Sie ein Manifest. Jede große Religion hat eine heilige Schrift: die Bibel, den Koran, den Tanach, den Pali-Kanon, die Veden, das Tao Te King. Erst eine öffentliche Grundlage der Gedanken lässt Menschen entscheiden, ob sie zustimmen oder nicht. Übrig bleiben echte Anhänger.

Ihr Buch wirkt genauso. Wer Ihre Gedanken liest und ihnen zustimmt, wird zum Fan. Wer nicht zustimmt, geht. Beides ist gut.

Fragen für Sie

  • Welche Ihrer Thesen lösen bei Kunden und Lesern Gefühle aus?
  • Wie können Sie andere Thesen schärfer formulieren?
  • Welche Werte und Überzeugungen möchten Sie öffentlich vertreten?

Ihr Unternehmensbuch aus Ihren eigenen Worten

Ihre Kultur und Ihre Vision kennen Sie am besten. Im Buchkodex Studio erzählen Sie davon, per Sprache am Smartphone oder Computer. Vorhandene Texte, etwa Leitbilder oder Vorträge, laden Sie dazu. Buchkodex schreibt daraus Ihr Buch und erfindet nichts dazu: keine Erlebnisse, keine Zahlen, keine Zitate. Nach etwa 20 Minuten lesen Sie die Einleitung als echte Buchseiten. Kostenlos.

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