Warum ein Buch schreiben? Gründe, die nichts mit Bestsellern zu tun haben

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen einen Bestseller, der jahrelang auf der Liste steht. Aber wenn das Ihr Maßstab ist, schieben Sie Ihr Buch wahrscheinlich ewig auf. Die gute Nachricht: Ein Buch lohnt sich auch dann, wenn es sich kaum verkauft. Manche Vorteile haben Sie sogar, wenn es niemand liest.

In diesem Teil der Serie „Endlich Experte“ geht es um die Frage, warum Sie überhaupt ein Buch schreiben sollten. Die Antwort hat wenig mit Verkaufszahlen zu tun.

Ein Bestseller ist das falsche Ziel

Hinter einem Bestseller steckt meist nicht nur ein gutes Buch. Dahinter steckt eine ganze Marketingmaschine oder ein wohlhabender Autor, der Tausende Exemplare selbst kauft. Die Wirklichkeit sieht so aus: Selbst ein solides Wirtschaftsbuch verkauft sich in Deutschland oft nur einige tausend Mal. Sehr erfolgreiche Titel kommen auf 8.000 bis 30.000 Exemplare. Nur sehr wenige Bücher knacken weltweit die Millionengrenze.

Jedes Jahr erscheinen allein in Deutschland Zehntausende neue Bücher. Wer sein Buch verkaufen will, hat also viel Konkurrenz. Im Buchhandel ist der Platz für Sachbücher klein, oft nur ein Regal. Mit einem klassischen Verlag bekommen Sie oft nur etwa einen Euro pro verkauftem Buch. Über die gesamte Laufzeit verdient ein Wirtschaftsautor so meist ein paar tausend Euro. Nett, aber für die meisten kein Lebensunterhalt.

Ein Buch zu verkaufen, ist der schlechteste Weg, mit einem Buch Geld zu verdienen. Ist das ein Grund, kein Buch zu schreiben? Im Gegenteil. Viele glauben, ein Buch lohne sich nicht, weil es sich nicht oft genug verkauft. Sie schauen auf die falsche Zahl. Gleichzeitig gibt es viele Unternehmer, die ihr Geschäft und ihr Leben mit einem Buch verändert haben. Einige habe ich in dieser Serie vorgestellt.

Stellen Sie sich die richtigen Fragen

  • Warum wollen Sie ein Buch schreiben?
  • Was ist das Ziel?
  • Wie sähe das gewünschte Ergebnis aus?
  • Geht es Ihnen um Ansehen?
  • Wollen Sie sich von anderen abheben?
  • Möchten Sie eine Botschaft verbreiten?
  • Möchten Sie mehr Kunden?
  • Oder wollen Sie all das zusammen?

Erfolgreiche Autoren sehen ihr Buch nicht als Buch. Sie sehen es als grundlegendes Werkzeug für Geschäft und Marketing, als Vermögenswert, der bleibt. Sie schauen nicht nur auf Verkaufszahlen, sondern auf diese Vorteile:

  • neue Kunden und Anfragen
  • Buchungen als Redner
  • kostenlose Aufmerksamkeit in den Medien
  • die Möglichkeit, sich zu vermarkten, ohne zu verkaufen
  • Kunden, die wirklich zu Ihnen passen
  • weitere Produkte, die aus dem Buch entstehen
  • Bekanntheit und Ansehen in Ihrer Branche
  • neue Kontakte und mehr Empfehlungen
  • motiviertere Mitarbeiter
  • höhere Honorare

Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Mit einem Buch wirklich Geld verdienen.

Warum sich ein Buch lohnt, selbst wenn es keiner liest

Viele Jahre als Autor und Blogger haben mir gezeigt, wie wertvoll es ist, Gedanken aufzuschreiben. Sie haben sicher viele gute Ideen. Die meisten sind aber noch zu abstrakt. Ihnen fehlt der Kern. Erst wenn Sie eine Idee in Worte fassen, wird sie reif genug, um bei Ihnen oder Ihren Kunden etwas zu verändern. Beim Schreiben eines Buches gewinnen Sie deshalb fünf Dinge.

1. Sie werden wirklich zum Experten

Vielleicht fragen Sie sich, ob Ihr Wissen für ein Buch reicht. Ich kann Sie beruhigen. Wenn Sie sich entscheiden, ein Buch zu schreiben, sind Sie spätestens danach Experte auf Ihrem Gebiet.

Ein gutes Buch erfordert viel Wissen und Erfahrung. Wer zu bequem oder zu unerfahren ist, scheitert an dieser Aufgabe. Wenn Sie sich weiterentwickeln wollen, schauen Sie auf die Lücken in Ihrem Text und denken: „Das geht noch besser.“ Dann suchen Sie nach Studien, Büchern, Beispielen und Geschichten, die diese Lücken schließen. So wächst Ihr Wissen Schritt für Schritt.

2. Sie werden selbstsicherer

Nach dem Schreiben wissen Sie viel mehr über Ihr Fach als vorher. In Ihnen verändert sich etwas. Sie sprechen selbstbewusster mit Kunden, weil Sie wissen, wie gut Sie sich auskennen. Schließlich haben Sie ein ganzes Buch mit Ihrem Wissen gefüllt. Diese Sicherheit strahlen Sie in jedem Gespräch aus.

3. Sie verstehen Ihre Kunden besser

Beim Schreiben gehen Sie die Einwände, Gedanken und Fragen Ihrer Kunden durch und formulieren Antworten. So versetzen Sie sich in Ihre Kunden hinein. Sie verstehen, was sie bewegt, bremst und antreibt. Danach sind Sie für jedes Kundengespräch gerüstet.

Ihre Antworten geben Sie an Vertrieb und Kundendienst weiter. Ihr Team lernt an Beispielen, wie es mit Kunden umgeht. Mit dieser „Verkaufsbibel“ arbeiten sich auch neue Mitarbeiter schneller ein.

4. Sie gewinnen klare, einzelne Ideen

Beobachten Sie einmal die besten Redner oder lesen Sie Bücher anerkannter Experten. Mittelmäßige Denker haben viele komplizierte, verwirrende Gedanken. Top-Experten formulieren Kernideen, die einfach und einprägsam sind.

Ist Ihr Buch gut gegliedert, bildet jedes Kapitel eine eigene Idee. Diese Ideen nutzen Sie vielseitig: als Artikel, Videos, Produkte, Vorträge, Workshops oder Webinare. Menschen merken sich meist nur einen Bruchteil eines Gesprächs. Deshalb müssen Ihre Ideen einfach und klar getrennt sein. Genau solche Kernideen entwickeln Sie beim Schreiben.

5. Ihr Kopf wird frei für Neues

Schon beim Kaffeekochen am Morgen rattert mein Gehirn. Im Lauf des Tages kommen mir Hunderte Ideen für Unternehmen, Produkte oder Verbesserungen. Viele bleiben nur im Kopf. Meist ist das sinnvoll, denn niemand hat Zeit für alle Ideen.

Anders ist es mit Ideen, die Ihr Unternehmen betreffen. Denken Sie diese ernsthaft zu Ende und halten Sie sie fest. Sonst kommen dieselben Ideen immer wieder und belegen Platz in Ihrem Kopf. Aufschreiben räumt alte Ideen aus dem Kopf und schafft Platz für neue. Warum füllen Sie damit nicht gleich ein Buch, das gleichzeitig für Ihr Unternehmen wirbt?

Fragen für Sie

  • Welche klaren Ideen möchten Sie mit der Welt teilen?
  • In welchen Bereichen sind Sie noch unsicher und hätten gern mehr Erfahrung?
  • Wie beantworten Sie heute die häufigen Fragen Ihrer Kunden?

Einen ehrlichen Blick auf falsche Gründe für ein Buch finden Sie im Beitrag Warum Sie besser kein Buch schreiben sollten.

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